Protest gegen Kürzungen im Ganztag: Auch die Sternschanze zeigt Präsenz


Protest gegen Kürzungen im Ganztag: Auch die Sternschanze zeigt Präsenz

Worum geht es bei den Protesten?

Der Hamburger Senat plant weitreichende Änderungen bei der Personalausstattung von Ganztagsschulen. Künftig sollen Lehrkräfte ausschließlich im Unterricht eingesetzt werden und nicht mehr im Ganztag. Stattdessen soll die Nachmittagsbetreuung vollständig durch Erzieherinnen und Erzieher abgedeckt werden. Darüber hinaus sind gravierende Veränderungen für Schulbegleitungen geplant. Wir haben dazu bereits in unseren früheren Blogbeiträgen berichtet.

Nach Angaben der WELT könnten dadurch bis zu 220 Lehrerstellen entfallen und jährlich rund 16,5 Millionen Euro eingespart werden. Betroffen wären 87 Hamburger Ganztagsschulen mit rund 26.000 Kindern.

Die geplanten Änderungen stoßen auf deutliche Kritik. Bei der öffentlichen Anhörung im Rathaus warnten Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Eltern und Bildungsverbänden vor den Folgen für die pädagogische Qualität, die Inklusion und die Bildungsgerechtigkeit.


Auch die Sternschanze war dabei

Neben vielen anderen Hamburger Schulen war auch unsere Ganztagsgrundschule Sternschanze bei der Demonstration vertreten. Damit hat unsere Schulgemeinschaft ein sichtbares Zeichen für den Erhalt guter Rahmenbedingungen im Ganztag gesetzt.

Denn die Diskussion betrifft weit mehr als Personalstellen und Haushaltszahlen. Es geht um die Qualität des Schulalltags unserer Kinder: um individuelle Förderung, verlässliche Beziehungen, kreative Angebote und die Möglichkeit, Schule als gemeinsamen Lern- und Lebensraum zu gestalten.

Gerade für eine Schule wie unsere, in der der Ganztag ein wesentlicher Bestandteil des pädagogischen Konzepts ist, sind diese Fragen von großer Bedeutung.

Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern unserer Schulgemeinschaft, die am 7. Oktober Präsenz gezeigt und sich für gute Bildung und einen starken Ganztag eingesetzt haben.


Gute Bildung braucht mehr als Unterricht

Wie wichtig den Kindern ihre schulischen Angebote sind, zeigte sich auch bei der Demonstration. Eine andere beteiligte Hamburger Schule berichtete beispielsweise von Kindern, die auf dem Rathausmarkt eigene Plakate gestalteten und sich für den Erhalt ihres Schulchors einsetzten.

Dieses Beispiel macht deutlich: Was in der politischen Debatte als Einsparpotenzial erscheint, ist für Kinder oft ein wichtiger Teil ihres Alltags. Es sind vertraute Bezugspersonen, gemeinsames Lernen, Musik, Bewegung und die vielen kleinen Erfahrungen, die Schule zu mehr als einem Ort des Unterrichts machen.


Wie geht es weiter?

Die Entscheidung über den Hamburger Doppelhaushalt 2027/2028 steht noch aus. Im Dezember 2026 soll die Hamburgische Bürgerschaft darüber entscheiden.

Als Elternrat der Ganztagsgrundschule Sternschanze werden wir die Entwicklungen weiter aufmerksam verfolgen. Uns ist wichtig, dass die Auswirkungen der geplanten Änderungen transparent gemacht werden und die Perspektiven von Kindern, Eltern und Schulen in die politischen Entscheidungen einfließen.


Petition zu den geplanten Sparmaßnahmen

Neben den Demonstrationen gibt es eine weitere Initiative, die sich mit einer Petition gegen die geplanten Sparmaßnahmen im Hamburger Bildungsbereich wendet. Auch zahlreiche Eltern unserer Schule haben die Petition bereits unterschrieben.

Wer sich über die Initiative, ihre Forderungen und die Möglichkeiten zur Unterstützung informieren möchte, findet alle weiteren Informationen auf der Website Keine Sparmaßnahmen zulasten Hamburgs Schulkinder

Ankündigung: Licht an für Bildung – nächste Demonstration am 10. November

Nach der Demonstration am 7. Oktober ist bereits eine weitere Protestaktion angekündigt: Am Dienstag, 10. November 2026, findet in Eimsbüttel eine Demonstration gegen die geplanten Kürzungen im Hamburger Bildungsbereich statt.

Unter dem Motto „Licht an für Bildung“ soll mit Laternen, Lichterketten und anderen Lichtquellen ein sichtbares Zeichen für gute Bildungsbedingungen gesetzt werden. Eingeladen sind Eltern, Kinder, Beschäftigte der Schulen und alle weiteren Interessierten.